Axel Schonert | Rotfußfalke
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Rotfußfalke

Diese sehr kleinen Falken sind in der Elbaue etwas Besonderes. Rotfußfalken (Falco vespertinus) sind normalerweise viel weiter östlich-südlich in Europa beheimatet. Urlauber der ungarischen Puszta berichten immer wieder begeistert von Beobachtungen dieser eleganten Zwerge. Seit 3 Jahren sind diese Vögel nun auch immer wieder im Spätsommer in den Elbauen des Landkreises Wittenberg gesehen worden.
Hier jagen sie bevorzugt von Koppelpfählen Mäuse, gern schmarotzen sie jedoch auch (übrigens sehr erfolgreich!) bei den ebenfalls hier jagenden Turmfalken. Zumeist diesjährige Jungvögel und K2-Vögel, die offenbar eine erstaunliche Dismigration durchführen. Ungewöhnlich auch, weil der Zugweg vom Brut- ins afrikanische Überwinterungsgebiet nicht durch Deutschland verläuft. Hier liegt offenbar eine völlig neue Entwicklung vor, über deren Ursachen derzeit nur spekuliert werden kann. Die Ablesung eines Ringvogels im Jahr 2015 durch M. Jordan belegte, dass es sich tatsächlich um einen Jungvogel aus dem Vorjahr aus Ungarn handelte. Interessanterweise war dieser Vogel zwei Wochen zuvor in Holland beobachtet worden. Was für ein Schleifenzug quer durch Europa!
Wir dürfen gespannt sein, wie diese Entwicklung weitergeht und ob sich Ursachen dafür finden lassen.

 

Update Rotfußfalke:

Noch immer sind diese im nördlichen Mitteleuropa so seltenen Vögel in der Elbaue zu beobachten. Bis zu 15 Rotfußfalken sitzen, gern gesellig, auf Koppelpfählen der Rinderherden. Oft schmarotzen sie bei den ebenfalls anwesenden Turmfalken, indem sie ihnen die frisch gefangenen Mäuse „klauen“, jagen diese aber auch regelmäßig selbst. Bislang sind alle beobachteten Vögel K1, also Jungvögel aus dieser Brutsaison. Leider konnten noch keine bringten Tiere gefunden werden, um ihre Herkunft zweifelsfrei zu bestimmen. Nach der Ablesung eines farbmarkierten Vogel 2015 ist jedoch davon auszugehen, dass auch die anderen aus Ungarn stammen. Ein schöner Gruß aus der Puszta!

 

Rotfußfalke