Fachtag zum Schutz der Kreuzotter in Sachsen-Anhalt

Am 7. Mai 2026 lud das Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt (LAU) zu einem landesweiten Fachtag zum Schutz der Kreuzotter ein. Anlass der Veranstaltung war die Vorstellung des neuen „Artenhilfsprogramms Kreuzotter Sachsen-Anhalt“, das künftig als fachliche Grundlage für Schutzmaßnahmen und die langfristige Sicherung der letzten Vorkommen der Kreuzotter dient.

 

Die Kreuzotter zählt heute zu den am stärksten gefährdeten Reptilienarten des Landes. Während sie früher in vielen geeigneten Landschaftsräumen in Sachsen-Anhalt vorkam, beschränken sich ihre Bestände inzwischen auf nur noch wenige Rückzugsgebiete. Ohne geeignete engagierte Maßnahmen ist bereits in den kommenden wenigen Jahrzehnten mit dem völligen Aussterben der Art in ganz Sachsen-Anhalt zu rechnen.

 

Axel Schonert und Katja Rillich stellten gemeinsam die Inhalte des neu erarbeiteten Artenhilfsprogramms vor. Im Mittelpunkt stehen konkrete Maßnahmen zur Verbesserung und Vernetzung geeigneter Lebensräume sowie Strategien zur Stabilisierung der wenigen verbliebenen Populationen. Das umfangreiche Fachkonzept basiert auf langjährigen Erfassungen, praktischen Erfahrungen aus dem Gelände und dem engen Austausch mit unterschiedlichen Fachinstitutionen und Projektpartnern.

 

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung wurden viele spannende Projekte und Erfahrungen vorgestellt. Marcel Seyring (LAU) informierte über die Umsetzung des Artenhilfsprogramms sowie über Maßnahmen zur Erhaltungszucht und Wiederansiedlung der Art in Sachsen-Anhalt. Steve Hahnemann gab spannende Einblicke in den Ablauf der Aufzucht von Kreuzottern. Einen Beitrag zur Umweltbildung stellte Annemarie Hofmann (BUND Halle-Saalekreis) vor. Fabian Schwarz aus dem Nationalpark Harz berichtete über seine Erfahrungen mit Citizen-Science-Projekten für das Monitoring der Kreuzotter. Vertreter des BUND Sachsen-Anhalt berichteten über die Umsetzung eines ELER-Projektes zum Schutz der Kreuzotter. Ralf Knapp vom NABU Kreisverband Westliche Altmark präsentierte Maßnahmen zur Wiederherstellung geeigneter Lebensräume in der Altmark. Jan Felix Schneider und Rainer Helms (DBU Naturerbe GmbH) stellten Schutzmaßnahmen im Zeitzer Forst vor. Erfahrungen aus zehn Jahren Erhaltungszucht in Bayern teilte Harry Wölfel von VIPERA e. V.

 

Die Veranstaltung bot eine wertvolle Plattform für den fachlichen Dialog und den Austausch praktischer Erfahrungen im Artenschutz und machte deutlich, wie bedeutend die Zusammenarbeit von Behörden, Naturschutzverbänden, wissenschaftlichen Einrichtungen und ehrenamtlich Engagierten für den langfristigen Schutz der Kreuzotter ist.

 

Ein besonders herzlicher Dank gilt allen Referentinnen und Referenten sowie allen Beteiligten, die diesen wichtigen Fachtag mit ihren Beiträgen, ihrer Erfahrung und ihrem persönlichen Engagement bereichert haben!

 

Nina Bege